allesnurgecloud #112 – Microservice-Architekturen, OVHcloud übernimmt gridscale, Remote Teams, PostgreSQL Suche, IPV4 bei AWS und mehr.

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Diese Woche gibt es ein paar Themen vorab, ich war etwa im „Clouds und die Helden“ Podcast von Finn zu Gast und wir haben über „nachhaltigen Betrieb von Web-Anwendungen“ gesprochen. Hör doch gerne mal rein und schick mir Feedback dazu.

Ansonsten hatte ich in der aktuellen „Happy Bootstrapping“ Folge 2 Geschwister aus Tübingen, die neben ihrem Job beim Bosch ein Online-Business für nachhaltige Küchenutensilien gestartet haben, den nordesign-store.com. Mittlerweile sind sie mit einem ihrer Produkte auch in sämtlichen DM Filialen in Deutschland vertreten.

Falls du Interesse hast, im Newsletter oder Podcast Werbung zu buchenkannst du das auf passionfroot machen, das teste ich nun mal.

Du bist vielleicht selber schon im Urlaub, bei mir ist es ab nächster Woche so weit, es wird dann 2-3 Wochen lang hier keinen Newsletter geben.

Herausforderungen und Grenzen bei Microservice-Architekturen

Microservices wurden ursprünglich als Lösung für unabhängige Teams, schnelle Wertschöpfung und Flexibilität gepriesen. Mittlerweile ist etwas Ernüchterung eingekehrt und man hat festgestellt, dass auch Microservices keine universelle Lösung für alle Probleme darstellen.

Der verlinkte Artikel im Level Up Blog nennt als einen der Hauptgründe für die Schwierigkeiten beim Einsatz von Microservices die hohen Investitionen, die der Einsatz von Microservices in der Infrastruktur erfordert. Unternehmen unterschätzen oft die finanziellen und personellen Ressourcen, die für die Entwicklung und Aufrechterhaltung einer komplexen DevOps-Umgebung benötigt werden, um das Gleichgewicht dieser Architektur zu bewahren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die DevOps-Kultur, die oft missverstanden wird. In vielen Unternehmen wird eine separate „DevOps“-Einheit geschaffen, was jedoch zu einer weiteren Silo-Bildung führt, anstatt die versprochene Autonomie der Microservices-Architektur zu fördern. Dabei sind die Microservice Teams manchmal schon Silo genug.
Zusätzlich neigen größere Organisationen zur Zentralisierung, was den Geist der Unabhängigkeit und Schnelligkeit der Microservices ersticken könne. Die Entscheidungsträger erlassen häufig strikte Regeln für Technologiestacks, Deployment-Pipelines und Prozesse, was den Nutzen der Technologieunabhängigkeit und schnelleren Bereitstellungen wieder zunichtemache.

Microservices tragen per Se keine Fehler in sich, aber sie sind nun mal nicht für jedes Unternehmen geeignet. Der Artikel appelliert an Entscheidungsträger, nicht blind dem Trend zu folgen, sondern die Eignung von Microservices für ihre Organisation sorgfältig zu prüfen.
Häufig sei nicht Microservice oder Monolith entscheidend, sondern der Einsatz von beidem in Kombination die wirksamste Lösung.

Microservices: The Million-Dollar Mistake Your Company is Making

OVHcloud übernimmt Gridscale

Der französische Cloud-Anbieter OVHcloud hat am Freitag angekündigt, den deutschen Cloud-Anbieter gridscale (Köln) übernehmen zu wollen.
Im Pressestatement wird gridscale auch als „Edge-Cloud“ Anbieter bezeichnet – dies war eine Richtung, in die gridscale mit dem Produkt „Enterprise Cloud“ seine Fühler ausgestreckt hat.

Die Enterprise Cloud ist eine schlüsselfertige und vollständig betriebene Self-Service Cloud für regionale Infrastruktur-Anbieter. Schon nach wenigen Stunden bist du cloud-ready und profitierst mit deinem XaaS-Angebot zugleich vom Cloud-Brokerage-Potenzial unseres europäischen Partner-Ökosystems.

Die Gridscale Cloud (bzw. der Software Stack) kann somit im eigenen Datacenter betrieben werden. Auf diesen Sektor hat es OVW wohl abgesehen:

this model of infrastructure close to users is particularly suitable to use cases requiring low latency, as well as those needing to comply with regulatory requirements in sectors such as healthcare, financial services and government.

Weiter besagt das Pressestatement, dass das Management Team von gridscale, die Gründer und alle Mitarbeiter Teil der OVHcloud Familie werden. Die Transaktion soll zum Beginn des „Fiscal year 2024“ abgeschlossen werden. Bei OVH endet das wohl immer zum Ende August, d.h. das würde dann erst in einem Jahr abgeschlossen werden?

Jedenfalls beschreibt sich OVH als größten europäischen Cloud-Anbieter, über 34 DataCenter Regionen, über 450.000 Server und mehr als 2.800 Mitarbeiter haben im FY 2023 788 Millionen € Umsatz erwirtschaftet. Auch hier interessant, das „Adjusted EBITDA“ beträgt ganze 308 Millionen € – wow.

Kein Wunder, dass man hier ein paar Millionen für den Erwerb von gridscale übrig hat. Gridscale hatte zuletzt im Jahr 2019 eine Series-A Finanzierungsrunde über 7 Millionen Euro eingesammelt. Scheint so, als sei das Geld so langsam ausgegangen und da der Markt aktuell keine hohen VC Bewertungen hergibt, war die Übernahme vielleicht ein guter Ausweg gewesen.
Gridscale hat ebenfalls ein kurzes Pressestatement veröffentlicht. Mal schauen, ob die Kunden nun alle zu OVH umziehen müssen oder die Software direkt integriert wird

Im Vergleich zu den postiven Erfahrungen mit gridscale waren meine letzten Versuche mit der OVHcloud nicht so von Erfolg gekrönt.
Eigentlich wollte ich einen anderen Artikel aus dem Handelsblatt zu OVH bringen „Wie OVH gegen die amerikanischen Cloud-Konzerne bestehen will“ vom 31.07.2023 – aber das ist jetzt ja ein alter Schinken.

OVHcloud to acquire Edge Computing specialist gridscale

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Leitfaden zur Konfliktlösung in Remote Teams

Der verlinkte Artikel auf helpscout.com behandelt das Thema Konflikte in Remote-Teams und bietet einen Leitfaden zur effektiven Konfliktlösung.

Die Autorin, Kibmerly Bringas ist HR Managerin beim Remote Unternehmen Helpcout. Sie teilt ihre Erfahrungen und praktischen Methoden, um mit Konflikten in einem verteilten Arbeitsumfeld umzugehen.

Konflikte können in Remote-Teams besonders herausfordernd sein, da der Mangel an persönlicher Interaktion und nonverbaler Kommunikation die Situation komplexer macht. Kimblery betont, dass Konflikte normal sind und offen angesprochen werden sollten, anstatt sie zu meiden oder aggressiv zu reagieren.
Ein wichtiger Aspekt der Konfliktlösung bestehe darin, die Methode der „Gewaltfreien Kommunikation“ (Nonviolent Communication – NVC) von Marshal Rosenberg anzuwenden. NVC betont klare Beobachtungen, Ausdruck von Gefühlen, Identifizierung unerfüllter Bedürfnisse und klare Aufforderungen für die Zukunft. Dadurch können Missverständnisse geklärt und Bedürfnisse offen ausgesprochen werden.
Natürlich sei auch die Wahl der Kommunikationsmittel zu beachten – schwierige Nachrichten nur per Mail, oder per Call ohne Video zu übertragen, ist nicht wirklich gut. Merkt man ganz schnell, wenn man sich in die Lage des Gegenübers versetzt.
Weiter schreibt Kimberly, dass die Schaffung einer offenen und verständnisvollen Arbeitsumgebung eine positive Teamkultur fördert und die Zusammenarbeit verbessern kann. Konstruktive Konfliktlösung fördert die Produktivität und ermutigt die Teammitglieder, Fragen zu stellen und Bedenken zu äußern.

Es gelten also ähnliche Regeln wie „on-site“, teilweise ist der Fokus ein anderer.
Eine effektive Konfliktlösung ist jedenfalls in Remote-Teams von großer Bedeutung, um Vertrauen und Teamdynamik zu stärken und letztendlich zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit beizutragen.

How to Handle Conflict on Remote Teams

PostgreSQL als Volltextsuche

In zwei Artikeln im Blog von Xata.io stellt Tudor Golubenco die Funktionalität der Volltext Suche von PostgreSQL vor und vergleicht sie mit Elasticsearch.
Wie der regelmäßige allesnurgecloud Leser sicherlich weiß, bin ich ein Fan davon, die Dinge erst einmal simpel zu halten.
Der CTO Coach Stephan Schmidt hatte hierfür eine eigene Landingpage mit einem Wunsch zur Rückkehr zu „Radical Simplicity“ bei Technologien ins Leben gerufen.
Darauf zielt die Artikelserie von Tudor ab.

In Teil 1 findest du eine Erklärung, was mit der Volltextsuche von PostgreSQL alles möglich ist. Er zeigt am Beispielimport des Wikipedia Movie Plot Data Sets (35.000 Filme mit Texten, Beschreibung, Titel und so weiter), wie die Suche in PostgreSQL funktioniert und welche Limitierungen sie hat. Es gibt beispielsweise Relevanz-Booster, die es ermöglichen, die Ergebnisse der Suche basierend auf bestimmten Kriterien zu bewerten, wie z.B. Anzahl der Stimmen oder Bewertungen.
Es wird auch gezeigt, wie man die Volltextsuche für unscharfe Suche und facettierte Suche anpassen kann. Die facettierte Suche wird durch manuelle Definition von Kategorien oder algorithmische Erzeugung von Kategorien erreicht.

Teil 2 der Serie behandelt dann den Vergleich mit Elasticsearch. Die Details erspare ich dir hier mal, hier kommst du direkt zum Performancevergleich einer Suche nach „darth AND vader“ im oben genannten Movie Plot Data Set. Ergebnisse:

  • Elasticsearch: bestes Ergebnis 4ms vs. das Langsamste mit 52ms
  • PostgreSQL: bestes Ergebnis mit 3ms, das Langsamste mit 100ms

Ähnlich gut schneidet PostgreSQL bei der Suche nach „Chicken Nuggets“ ab, da die Abfrage ähnlich spezifisch ist wie „Darth Vader“.
Sucht man jedoch nach etwas Unspezifischem, beispielsweise „mix“, so braucht PostgreSQL bis zu 25 Sekunden, da es eben im Dataset über 1 Mio. Ergebnisse gibt.

Wenn du etwa eine Tabelle oder Liste in deiner Anwendung hast, auf der du CRUD-Operationen unterstützt und Volltextsuchfunktionen hinzufügen möchtest, wird Postgres wahrscheinlich für eine Weile gut für dich funktionieren.

Auf der anderen Seite, wenn du eine große Datensatzsuche hast und Suchrelevanz für deine Anwendung entscheidend ist (zum Beispiel im E-Commerce), wird eine dedizierte Suchmaschine wie Elasticsearch sowohl in Bezug auf Latenz als auch Relevanz besser für dich funktionieren.

Die Antwort ist also mal wieder: „It depends!“.

Create an advanced search engine with PostgreSQL

IPv4 Adressen nun auch bei AWS kostenpflichtig

Wie wir alle wissen, sind die IPv4 Adressen mittlerweile rar. Cloud-Provider kaufen sie von Firmen und anderen Entitäten zu, die frühzeitig eine große Menge bekommen, diese aber nicht in Verwendung haben.
AWS hatte bisher die Adressen noch teilweise kostenlos angeboten, bzw. mit den Services quer subventioniert. Nach Schätzungen hat AWS alleine über 80 Millionen IP-Adressen.
Zeit, diese auch noch zu monetarisieren. Jedenfalls kosten die Adressen dann ab Februar 2024 $0.005 pro Stunde, also um die $ 3.50 im Monat.
Eine detaillierte Übersicht findest du im Announcement Artikel im AWS Blog. Im AWS Free-Tier sind nun 750 Stunden IPv4 Nutzung enthalten, das genügt für eine kostenlose IPv4 Adresse pro Monat (für die ersten 12 Monate).
Weiterhin kostenlos ist es, seine eigene IP im BYOIP Programm mitzubringen.

Breaking: AWS Begins Charging For Public IPv4 Addresses

Kubernetes Video Tutorial von Anais Urlichs

Anais Urlichs schreibt den wöchentlichen DevOps Newsletter „7 day DevOps“ und produziert „nebenbei“ noch hochwertigen Content für Ihren YouTube Channel.

Falls du schon immer mal etwas über Kubernetes lernen wolltest, dann ist ihr aktuelles Video vielleicht was für dich.
Darin erklärt sie K8s von Grund auf, anhand einer lokalen Kubernetes-Installation über KindD – du kannst das also direkt auf deinem Rechner nachvollziehen.
Weiter geht es mit der Installation von Kubectl und Helm. Über Helm wird dann ein Prometheus + Grafana Stack installiert.
Und schließlich installiert sie eine App, erklärt Services und Deployments in Kubernetes und zeigt, die die Applikationsmetriken dann anschließend über Prometheus in ein Grafana Dashboard kommen.

Falls du keine Lust hast, dir gleich das 1-stündige Video anzuschauen, so kannst du auch erst einmal den Blog-Artikel lesen.
Viel Spaß und Erfolg damit!

Full Kubernetes tutorial on Docker, KinD, kubectl, Helm, Prometheus, Grafana

Humble Bundle: O’Reilly DevOps 2023

Bei Humble Bundle gibt es mal wieder ein interessantes Bundle – dieses mal aber mit recht aktuellen Büchern aus dem Hause O’reilly zum Thema „DevOps“.

Im „DevOps 2023 Bundle“ bekommst du im kompletten Paket in Summe 15 Bücher ab einer Summe von 22,21€.
Im Bundle enthalten unter anderem:

  • 97 Things Every Information Security Professional Should Know
  • Modern System Administration
  • Consul: Up and Running
  • Design Patterns for Cloud Native Applications
  • SRE with Java Microservices
  • Distributed Tracing in Practice
  • Database Reliability Engineering

Alleine das erste Buch, „97 Things Every Information Security Professional Should Know“ kostet bei Amazon als Kindle Edition schon 21,71 €, als Paperback gar 41,60 €.

Wie immer gilt: Nicht nur einfach bestellen, sondern auch lesen 🙂

Humble Bundle: O’Reilly DevOps 2023

Schmunzelecke

Random web 1.0 Page https://wiby.me/surprise/

💡 Link Tipps aus der Open Source Welt

Linkwarden – OpenSource Bookmark Manager

Linkwarden ist ein OpenSource Bookmark Manager, mit dem du Webseiten und Bookmarks speichern und organisieren kannst.
Du kannst dabei „Collections“ erstellen, diese mit einem Team teilen und mit Tags kategorisieren.
Das Projekt ist super aktuell und in Version 1.0 erst released worden – da passiert also noch viel.
Es gibt ein SaaS Angebot für 4$/Monat oder die Option zum selbst hosten – die Docs dazu sind aktuell recht spärlich, aber das wird bestimmt noch.

https://github.com/linkwarden/linkwarden

Embetty – GDPR-compliant Video und Tweet Included

Embetty kannte ich bisher noch nicht und ich war überrascht, dass der Heise Verlag das auch Open Source anbietet.
Das Projekt gibt es sogar seit 2018, habe ich wohl verpasst.
Mit dem Embetty Server und den Libraries kannst du YouTube-Videos, Tweets von X und andere Inhalte sicher auf deiner Seite einbauen, ohne deine User mit Cookie Notice Abfragen diesbezüglich belästigen zu müssen. Der Server selbst ist in Javascript geschrieben und es gibt sogar ein Docker Image.

https://github.com/heiseonline/embetty

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    Idle Tuner
    Idle Tuner
    10 Monate zuvor

    Bezgl. „Auch hier interessant, das „Adjusted EBITDA“ beträgt ganze 308 Millionen € – wow.

    „Adjusted EBITDA“ sagt gar nichts aus und wird gerne zur optischen Bilanz-Aufhübschung verwendet.

    Die Fragei ist halt immer,um welche konkreten Sachen das eigentliche EBITDA „angepasst“ (adjusted) wurde. Es gibt Bilanz-Analysten, die werden bei „Adjusted EBITDA“ immer sehr hellhörig und misstrauisch .. 🤣

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