AI Coding, Digital Independence Day, AWS Ausfall analysiert, Datenbank Trends, NIS2 Portal auf AWS, GPU Preise, Airbus Cloud und mehr – #218

Willkommen zu allesnurgecloud.com – Ausgabe #218

Dir noch ein gutes Neues – Ich denke, das zählt noch, da wir uns ja nicht gehört. Die Welt hat bisher ja beschlossen, das Jahr eher Bescheiden zu Starten – das kann ja eigentlich nur besser werden jetzt.

Für die League of Legends Spieler hat das Jahr auch bescheiden angefangen – man konnte sich nicht einloggen, da das SSL Zertifikat abgelaufen war. Das Gleiche ist vor genau 10 Jahren schonmal passiert. Vermutlich sind die Leute nicht mehr da, die den Fehler wiederholt hätten, daher kann das nach 10 Jahren wohl passieren – die Kochen halt auch nur mit Wasser (reddit natürlich wieder Comedy Gold dazu).

Der Johannes hat den Podcast Spieß umgedreht und mich zu seinem Podcast „Business unplugged“ eingeladen – wir sprechen über meine diversen Aktivitäten – Happy Bootstrapping Podcast, We Manage, allesnurgecloud Newsletter, Teilzeit Beschäftigung, Souveräne Clouds und was mich eigentlich antreibt und warum ich so unterwegs bin und wie ich das alles unter einen Hut bekomme (Folge bei Spotify / bei Apple).
Würde mich freuen, wenn du mal reinhörst und mir Feedback dazu schickst.

Happy Bootstrapping Podcast

In der aktuellen Podcast Folge 154 spreche ich mit Alexander Bünk vom Creator all-in-one Tool alfima.io. Sein Team und er haben ihre vorherige Agentur einfach ohne Verkauf beendet und sind auf ein SaaS Modell geswitched – hier machen sie nun schon 63k MRR und haben in den erste 7 Monaten über 1.100 Kunden gewonnen – wie? Erfährst du im Podcast (Spotify/Apple).

Und eine Woche vorher war Jannis Kuhrt vom B2B SaaS für Ernährungsfachkräfte kcalculator.de zu Gast. Jannis arbeitet in Vollzeit und baut das als Side-Hustle auf, hat schon Kinderbetten verkauft, ein Low-Corb Müsli produziert und ein Buch über nebenberufliches Gründen geschrieben – klare Hörempfehlung natürlich (Spotify/Apple)

Wenn dir die Podcastfolgen zu lang sind, kannst du gerne auch den Newsletter dazu abonnieren – erscheint jeden Montag (in der Regel).

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AI-Coding: Produktivitätsschub für manche, Jobverlust für andere

Gergely Orosz beschreibt in seinem ersten Pragmatic Engineer Artikel 2026, wie die neuesten KI-Modelle einen Wendepunkt markieren. Opus 4.5, GPT-5.2 und Gemini 3 hätten bei erfahrenen Entwicklern „A-ha-Momente“ ausgelöst.

Selbst Skeptiker schwenken um. Andrej Karpathy, OpenAI-Mitgründer, hatte KI-Coding-Tools im Oktober noch als „slop“ bezeichnet. Zwei Monate später: „I’ve never felt this much behind as a programmer. […] A magnitude 9 earthquake is rocking the profession.“ Malte Ubl, CTO bei Vercel, formuliert es drastischer: „The cost of software production is trending towards zero.“ Boris Cherny, Erfinder von Claude Code, habe im letzten Monat kein IDE mehr geöffnet – 200 PRs, jede Zeile von Opus 4.5 geschrieben.

Orosz sieht konkrete Verschiebungen: Prototyping werde zur Commodity – Produktleute bauen ihre Konzepte selbst. Sprachspezialisierungen und die Trennung Frontend/Backend verlieren an Wert, wenn KI über den gesamten Stack hinweg brauchbaren Code generiert. Gut definierte Tickets? Erledigt die KI.

Die Konsequenzen zeigen sich bereits. Adam Wathan, Erfinder von Tailwind CSS, kommentierte auf GitHub: „75% of the people on our engineering team lost their jobs here yesterday.“ Der Traffic zur Dokumentation sei um 40% gesunken – Entwickler nutzen LLMs statt Docs. Der Umsatz: minus 80%. Tailwind hat mittlerweile mit „Google AI Studio“ mindestens einen prominenten Sponsor gefunden, mal schauen, ob die Leute nun doch da bleiben oder nicht, das ist mir aktuell nicht ganz klar.

Orosz sieht auch Positives: Tech-Lead-Fähigkeiten und „Product-minded Engineers“ würden wertvoller. Aber auch Unbequemes: Mehr generierter Code bedeute mehr Probleme.

Eine Gegenstimme dazu liefert mein Bruder Michael Lehr in „You should know what you are doing„: Wer nicht verstehe, was der generierte Code tut, wird langfristig scheitern.

Irgendwie ist das alles absehbar, mir geht es dann aber doch fast etwas zu schnell.
Wie siehst du den Einsatz von KI fürs Coding?

When AI writes almost all code, what happens to software engineering?


Digital Independence Day: CCC ruft zur Migration auf!

Auf dem 39. Chaos Communication Congress in Hamburg hat der CCC gemeinsam mit zahlreichen Organisationen den „Digital Independence Day“ ausgerufen. Die Idee: Jeden ersten Sonntag im Monat einen Dienst der Tech-Giganten durch eine demokratiefreundliche Alternative ersetzen.

Marc-Uwe Kling, Autor der Känguru-Chroniken, bringt es auf den Punkt:

„Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Überreicher. Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmen Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie wir uns online informieren, diskutieren und kommunizieren.“

Einen solchen unkontrollierten Einfluss sollte kein Mensch besitzen.

Die gute Nachricht: Diese Macht geben wir ihnen – und können sie wieder nehmen. Die Initiative liefert konkrete „Wechsel-Rezepte“: Chrome zu Firefox, X zu Mastodon, Gmail zu unabhängigen E-Mail-Anbietern, WhatsApp zu Signal. Illustrator Florian Biege hat visuelle Anleitungen für die di.day-Website erstellt. Die heißen dann „Wechselrezepte“ und werden regelmäßig aktualisiert. Es gibt schon WhatsApp zu Signal, von Amazon zum Buchladen oder auch von Gmail zu unabhängiger E-Mail.

Auf dem Congress präsentierten Kling und CCC-Sprecher Linus Neumann die Aktion mit einem Highlight: Neues vom Känguru, inklusive einer Geschichte über Elon und Jeff auf dem Mars. Das Video „39C3 – Die Känguru-Rebellion: Digital Independence Day“ ist auf YouTube verfügbar – schau es dir unbedingt an, es ist sehr unterhaltsam und regt hoffentlich den ein oder anderen zum Handeln an.

Der nächste DI.DAY ist am 2. Februar 2026.

Chaos Computer Club regt „digitalen Unabhängigkeitstag“ an


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AWS analysiert Oktober-Ausfall auf der re:Invent

Lorin Hochstein, Resilience-Engineering-Experte, hebt in seinem Blog einen bemerkenswerten re:Invent-Talk hervor: AWS-Engineer Craig Howard präsentierte einen Deep Dive zum DynamoDB-Ausfall vom Oktober 2025. Hochsteins Urteil: Das aufschlussreichste Post-Incident-Artefakt, das AWS je veröffentlicht hat.

Fünf Mechanismen, die alle der Zuverlässigkeit dienen sollten, interagierten unerwartet – redundante Prozesse, Locking, Cleanup, Transaktionen und Rollback. Ein klassischer Fall von emergenter Komplexität: Jede Komponente für sich sinnvoll, in Kombination aber problematisch.

Besonders wertvoll sind die Einblicke in die Incident Response. Kryptische IDs erschwerten den Operatoren die Fehlersuche. Die schiere Menge an Alerts kostete 15 Minuten, bis das relevante Signal gefunden war. Howards Fazit: Der reflexhafte „let’s add an alert“-Ansatz nach Incidents kann bei größeren Ausfällen zum Problem werden.

Die nachträgliche formale Modellierung zeigte: Das ursprüngliche Design hatte den Bug nicht – er wurde durch spätere inkrementelle Änderungen eingeführt. Ein Beispiel für „Drift“: Systeme entfernen sich schleichend von ihrem ursprünglichen, sicheren Design. AWS nutzte KI, um Modell und Code abzugleichen – ein interessanter Ansatz für kontinuierliche Architektur-Validierung.

Was fehlt? Trotz der Analyse zur erschwerten Incident Response enthält der „Lessons Learned“-Teil keine Diskussion, wie Systeme künftig diagnostizierbarer gestaltet werden könnten.

Interessant und total unterstützten kann ich den Anfang des Talks – warum AWS einen Postmortem Prozess hat und diesen „Correction of Error“ (CoE) nennt, und dass solche Prozesse da sind, um davon zu lernen, egal welche Größe die Incidents haben.
Schwer vorstellbar ist die schiere Menge an Alerts, die in einem solchen Fall auch AWS Engineers einprasseln.

AWS re:Invent talk on their Oct ’25 incident


Datenbank-Rückblick: Die wichtigsten Trends und Deals aus 2025

Andy Pavlo, Datenbank-Professor an der CMU, hat seinen jährlichen Datenbank-Rückblick veröffentlicht – und 2025 war ein bewegtes Jahr.

PostgreSQL dominiert weiterhin. Databricks kaufte Neon für $1 Milliarde, Snowflake griff sich CrunchyData für $250 Millionen, Microsoft launchte HorizonDB. Parallel entstehen drei konkurrierende Projekte für horizontales Sharding: Supabase arbeitet mit Vitess-Co-Creator Sugu an Multigres, PlanetScale kontert mit Neki, und PgDog mischt ebenfalls mit. Pavlo kommentiert: „The PostgreSQL wars are heating up.“

Das Jahr brachte auch MCP für alle Datenbanken – Anthropics Model Context Protocol wurde zum Standard für LLM-Datenbankzugriffe. Pavlo warnt jedoch: Die meisten MCP-Server seien simple Proxies ohne echte Sicherheitsmechanismen. „Somebody is going to try to order 18,000 water cups, and you need to make sure it doesn’t crash your database.“

Bei den Akquisitionen ging es rund: IBM kaufte DataStax ($3B) und Confluent, Nvidia schnappte sich HeavyDB, Private Equity übernahm Couchbase und SingleStore. Gescheitert sind Fauna, PostgresML, Hydra und Voltron Data – letzteres trotz $110M Finanzierung.

Und Larry Ellison? Wurde im September kurzzeitig reichster Mensch der Geschichte ($393B), bevor Oracle-Aktien wieder fielen. Pavlo: „I don’t care that he personally lost $130b in two months.“.. 😉

Databases in 2025: A Year in Review


BSI startet NIS2-Portal – gehostet auf AWS

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat sein neues Portal für NIS2-Betroffene gestartet. Rund 30.000 Unternehmen und Behörden sollen dort künftig ihre Meldepflichten erfüllen, Sicherheitsvorfälle melden und Echtzeitdaten austauschen. BSI-Präsidentin Claudia Plattner dämpft die Erwartungen: „Werden wir die ganze Republik retten können? Nein.“ (Artikel dazu bei heise.de).

Die Hosting-Entscheidung sorgt für Stirnrunzeln: Das Portal läuft auf Amazon Web Services. Das Heise-Forum reagiert gespalten. Ein Nutzer verteidigt die Wahl: „Es gibt schlicht und ergreifend keine Alternativen zu US-Hyperscalern. Bin gespannt, welche Pseudo-Alternativen hier gleich genannt werden.“ Ein anderer analysiert nüchterner: Das Data Privacy Framework sei nur eine Executive Order, „kann also jederzeit vom Präsidenten aufgehoben werden.“ Dann hätten die USA wieder Zugriff.

Besonders pikant: Das Portal ermöglicht auch anonyme Schwachstellenmeldungen zur kritischen Infrastruktur. Ein Kommentator fasst zusammen: „Direkt alle Sicherheitslücken zur deutschen KRITIS-Infrastruktur frei Haus in die USA liefern.“ Ja, das macht Sinn, dann brauchen die keine Hacker mehr, diese Lücken finden.

Den größten Hebel sieht Plattner nicht bei Bußgeldern (bis zu 10 Millionen Euro), sondern bei der Geschäftsführerhaftung. Wer seiner D&O-Versicherung nicht nachweisen kann, sich um die Basics gekümmert zu haben, riskiert persönliche Haftung. Das dürfte wirken.

Plattner zum BSI-Portal: „Werden nicht die ganze Republik retten können“


Souveräne Cloud für Flugzeugdesigns: Airbus sieht 80:20 Chance

Vor Weihnachten hat diese News auf LinkedIn für ordentlich Furore und auch Kritik gesorgt: Der Luftfahrtkonzern Airbus plant die Migration seiner kritischsten Workloads in eine digital souveräne europäische Cloud. ERP, Manufacturing Execution Systems, CRM und Product Lifecycle Management (sprich: Flugzeugdesigns) sollen vom eigenen Rechenzentrum in die Cloud wandern. Das Problem: Airbus schätzt die Chance, einen passenden Anbieter zu finden, auf nur 80:20.

Catherine Jestin, Executive VP Digital bei Airbus, gegenüber The Register:

„I need a sovereign cloud because part of the information is extremely sensitive from a national and European perspective. We want to ensure this information remains under European control.“

Der Treiber ist pragmatisch: SAP entwickelt Innovationen nur noch für die Cloud – wer bei S/4HANA dabei sein will, muss migrieren. Der Vertrag soll über 50 Millionen Euro umfassen und bis zu zehn Jahre laufen.

Die Sorge vor dem US CLOUD Act ist real und der Jahresanfang hat gezeigt, dass mit der aktuellen Regierung einfach mit allem zu Rechnen ist. Da will man vermutlich keine militärischen Daten bei den Amis lagern, am Besten gar nichts mehr. Jestin wartet auf Klarheit der europäischen Regulierer, ob Airbus tatsächlich „immun gegen extraterritoriale Gesetze“ wäre.

Die unbequeme Wahrheit an der Geschichte ist jedoch vielleicht auch: Europäische Anbieter müssten teilweise kooperieren, um die nötige Skalierung in noch kürzerer Zeit zu erreichen – ob das in Airbus‘ Zeitrahmen gelingt, ist fraglich.

Airbus to migrate critical apps to a sovereign Euro cloud


AWS erhöht still und leise GPU-Preise um 15%

AWS hat am letzten Samstag still und leise die Preise für GPU-Instanzen erhöht – um etwa 15%. Die p5e.48xlarge (acht NVIDIA H200 in einem Trenchcoat, wie The Register es formuliert) stieg von $34,61 auf $39,80 pro Stunde. In US West (N. California) sind es sogar $49,75.

Das Timing ist bemerkenswert: Erst sieben Monate zuvor hatte AWS „bis zu 45% Preissenkungen“ für GPU-Instanzen verkündet – allerdings für On-Demand und Savings Plans, nicht für Capacity Blocks. Letztere sind für ML-Teams gedacht, die garantierte GPU-Kapazität für definierte Zeitfenster brauchen und Budgets in Millionenhöhe haben.

AWS begründet die Erhöhung mit „Supply and Demand Patterns“. Corey Quinn, langjähriger AWS-Beobachter, sieht darin einen Präzedenzfall: „AWS has spent two decades conditioning customers to expect prices only ever go down. That expectation is now broken.“

Für Enterprise-Kunden mit EDPs (Enterprise Discount Programs) wird es unangenehm: Die Programme garantieren Rabatte auf den öffentlichen Preis – steigt dieser um 15%, zahlt man absolut mehr, auch wenn der Rabatt prozentual gleich bleibt.

Die strategische Frage: Ist das eine Anomalie oder der neue Normal? Quinn tippt auf Letzteres. GPU-Knappheit trifft die gesamte Branche, und Azure sowie GCP dürften die Steilvorlage für ihre Enterprise-Sales-Teams dankbar annehmen.

Wobei Satya Nadella glaube in einem Podcast vor Weihnachten meinte, dass sie viele GPUs haben, die nicht laufen, da es keinen Strom davor gäbe….

AWS raises GPU prices 15% on a Saturday, hopes you weren’t paying attention


RAM-Preise explodieren – Hersteller profitieren, Kunden zahlen

Die Preise für DDR5-Arbeitsspeicher haben sich innerhalb weniger Monate vervielfacht. Golem berichtet, dass Samsung und SK Hynix bereits weitere Preissteigerungen planen. Der Grund: Keiner der drei verbliebenen Hersteller – Samsung, SK Hynix und Micron – kann die Nachfrage decken. Und keiner will daran etwas ändern.

Die Logik dahinter ist uns aus dem BWL Grundkurs bekannt: Eine das Angebot übersteigende Nachfrage ermöglicht höhere Margen. Die Börse honoriert das entsprechend. Seit September 2025 sind die Aktienkurse aller drei Hersteller steil gestiegen. SK Hynix hat sich fast vervierfacht, Samsung liegt mit „nur“ +142 Prozent am unteren Ende. Micron meldet, nur zwei Drittel des RAM-Bedarfs decken zu können.

Für Rechenzentren und Cloud-Provider wird das zum Problem. DDR5 ist Standard für aktuelle Server-Generationen, Alternativen gibt es nicht. Die Speicherkrise trifft damit nicht nur Gaming-PCs, sondern die gesamte IT-Infrastruktur. Golem berichtet sogar von Neuauflagen alter Hardware – RTX 3060 und AM4-Mainboards erleben ein Comeback, weil aktuelle Plattformen mit ihrem DDR5-Bedarf schlicht zu teuer werden.

Der chinesische Hersteller CXMT könnte theoretisch Abhilfe schaffen, verkauft aber außerhalb Chinas nicht. Ob geopolitische Verschiebungen das ändern, bleibt abzuwarten. Aus dem 3D Drucker funktionieren die Module auch nicht – tja, hätte man das doch bloß vorher geahnt 🙂

Mit Aktien von Speicherherstellern den neuen RAM finanzieren


Hackerangriff auf Baden-Württembergs „The Länd“-Shop

Der Merchandise-Shop der baden-württembergischen Standortmarketing-Kampagne wurde zwischen dem 27. und 29. Dezember Opfer eines Cyberangriffs. Die Angreifer nutzten eine Zero-Day-Lücke im Shopsystem und richteten eine gefälschte Bezahlseite ein. Einer niedrigen zweistelligen Zahl von Kunden wurde Geld gestohlen – mehrheitlich dreistellige Beträge, so das Staatsministerium.

Alle 184.000 Kunden wurden per E-Mail informiert – die Warnung kam am Silvesterabend. Das Ministerium empfiehlt, Kontoauszüge auf Abbuchungen zugunsten einer „Monobank“ zu prüfen und bei Auffälligkeiten die Karte zu sperren.

Welche Daten genau abgegriffen wurden, ist noch unklar. Neben Zahlungsdaten könnten auch E-Mail-Adressen betroffen sein. Der Shop unter shop.thelaend.de ist seit dem Vorfall offline – auch zwei Wochen später noch nicht erreichbar. Die forensische Analyse läuft scheinbar noch. Die Website selbst geht noch – welches Shop-System verwendet wurde, kann ich jetzt nicht mehr einsehen. Falls du weitere Infos hast, schreib mir gerne.

Nach Hackerangriff auf „The Länd“-Shop: Geld von Kundenkonten gestohlen


Schmunzelecke

Santa Claus on delivering 99% Uptime kann man sich auch im neuen Jahr noch anschauen – bei YouTube.
Eventual Consistency: „Eventually under the tree is not conforming to the SLA of a 6 year old“

Bei enclose.horse kannst du dir die Zeit vertreiben und das Pferd mit so wenig Zaun wie möglich einsperren. Jeden Tag gibt es neue Felder 😉


💡 Link Tipps aus der Open Source Welt

Flowglad – Open-Source Payment Provider ohne Webhooks

Flowglad ist eine moderne Open-Source Payment-Lösung, die Billing komplett neu denkt. Statt Webhooks, Customer IDs und komplexen Subscription-Tables nutzt Flowglad einen State-basierten Ansatz mit deinen eigenen User-IDs.

Features:

  • Zero Webhooks: Keine Webhook-Handler, keine Subscription-Tables, keine Customer-ID-Mappings
  • Stateless by Default: Billing-State wird direkt aus Flowglad gelesen, nicht lokal gespeichert
  • Eigene IDs: Nutze deine existierenden User/Org-IDs – keine Flowglad-spezifischen IDs nötig
  • Full-Stack SDKuseBilling() Hook im Frontend, flowglad.getBilling() im Backend
  • Flexible Pricing Models: Usage-based, Tiered, Feature-gated – alles ohne Code-Änderungen
  • Single Source of Truth: Aktueller Billing-State inkl. Feature-Access und Usage-Credits
  • Slug-basiert: Referenziere Preise und Features über selbst-definierte Slugs

Pricing Templates:

  • Usage-Limit + Subscription (wie Cursor)
  • Unlimited Usage (wie ChatGPT)
  • Tiered Credits (wie Midjourney)
  • Feature-Gated (wie Linear)

Tech Stack: Next.js, tRPC, Drizzle ORM, Better Auth, Trigger.dev

Flowglad löst einige Pain Points im Payment-Bereich. Die Idee, komplett auf Webhooks zu verzichten und stattdessen einen Query-basierten Ansatz zu fahren, ist ungewöhnlich aber vermutlich clever. Besonders für SaaS mit komplexen Pricing-Models könnte das viel Boilerplate sparen.

Flowglad ist übrigens YC Backend und reiht sich in die neuen Open Source / VC Lösungen ein – die Flowglad Website ist auch ganz cool und minimal.

https://github.com/flowglad/flowglad

witr – Why Is This Running?

witr ist ein CLI-Tool, das eine simple aber wichtige Frage beantwortet: „Warum läuft dieser Prozess?“ Statt nur zu zeigen was läuft (wie ps, top, lsof), erklärt witr die kausale Kette warum etwas läuft – von der ursprünglichen Quelle bis zum aktuellen Prozess.

Features:

  • Kausale Analyse: Zeigt die komplette Ancestry-Chain (systemd → docker → node)
  • Multi-Entry Points: Suche via Name, PID oder Port
  • Source Detection: Identifiziert die primäre Quelle (systemd, docker, pm2, cron, etc.)
  • Context-Aware: Zeigt Working Directory, Git Repo/Branch, Container-Info
  • Smart Warnings: Warnt bei Root-Prozessen, öffentlichen Binds, hohem Memory
  • Tree View: Visualisiert Parent-Child-Beziehungen mit --tree
  • Cross-Platform: Linux, macOS, Windows, FreeBSD Support
  • Zero Config: Funktioniert out-of-the-box ohne Setup

Funktioniert auf diesen Plattformen: Volle Unterstützung auf Linux, eingeschränkt auf macOS (kein systemd), Windows (keine Environment Vars), FreeBSD (rc.d statt systemd).

Cooles Tool für Debugging und Incident Response! Die kausale Kette ist Gold wert, wenn man schnell verstehen muss, warum ein mysteriöser Prozess läuft. Auch clever: Die automatische Erkennung von Container-Context und Git-Repos. Mit 10k+ Stars zeigt sich, dass viele Devs und Ops genau dieses Problem haben und witr hier vielleicht helfen kann.

https://github.com/pranshuparmar/witr

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