Willkommen zu allesnurgecloud.com – Ausgabe #246
Dies Woche ist das neue Claude‑Opus‑5.0‑Modell released worden und auch hier hat es nicht lange gedauert, bis Claude eine produktive DB gelöscht hat – naja, manche Dinge sollte man im Profil verbieten und halt auch immer gegenchecken. Ich hoffe, das Backup passt.
Ansonsten scheint die französische Bank „Crédit Agricole“ es verstanden zu haben – laut dem Apple Earnings-Call zumindest:
Credit Agricole, France’s leading retail bank, is using on-device AI and MacBook Pro to streamline regulatory workflows, reducing manual processing time by over 80%.
This is the way – würde der Mandalorian sagen.
Nach dem Hack der OpenAI-KI auf Hugging Face und Co. hat Anthropic auch mal nachgeschaut und festgestellt, dass die eigenen Modelle bei Tests mit Zugriff auf das Internet auch 3 erfolgreiche Hacking-Versuche unternommen haben. Na, nun haben wir bald das Doomsday Szenario?
Ansonsten hat der Infantino es geschafft und einen Top-Hacker-News-Post mit über 1100 Punkten ergattert – naja, bescheuerte Idee., die nun hoffentlich vom Tisch ist.
Und schließlich möchte ich dir noch die aktuelle TILpod Episode 70 empfehlen und beim „Tooltip“ gerne ganz genau hinhören – danke!
So, und nun viel Spaß mit der neuen Ausgabe!
Happy Bootstrapping Podcast
In der aktuellen Podcast Folge 183 habe ich mit Filip Mierzwa von STUR gesprochen. Aus ihrem Pfannen-Testblog haben er und Simon Köstler-Prada 2019 eine eigene Marke gemacht: Gusseisenpfannen, komplett in Deutschland gegossen, vorfinanziert über Kickstarter mit 1,25 Millionen Euro. Wir reden über die eineinhalb Jahre Vorlauf, den Löwen-Pitch und die Frage, wie ein Produkt mit 50 Jahren Garantie skaliert. Gerne kannst du die Folge auf YouTube schauen oder wie immer bei Spotify, Apple und allen anderen Playern anhören.
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Cloud-Earnings: Hyperscaler ziehen weiter an
Nach Alphabet haben nun auch AWS und Microsoft geliefert, und beide beschleunigen auf einem Niveau, auf dem das eigentlich nicht mehr passieren sollte.
AWS wächst um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar, das schnellste Tempo seit 18 Quartalen. Die eigentliche Überraschung: Bei einer Run-Rate von rund 170 Milliarden geht die Kurve immer noch nach oben. Andy Jassy sagt, man habe trotz einer auf 220 Milliarden angehobenen CapEx-Prognose immer noch zu wenig Kapazität, und das gelte auch für 2027.
Microsoft Azure legt um 43 Prozent zu und knackt erstmals 100 Milliarden Jahresumsatz. Anders als die Konkurrenz hat man die CapEx-Prognose für 2026 nicht angehoben, was die Aktie acht Prozent nach oben schickte. Alphabet verlor nach der Anhebung sechs.
Die drei im Überblick, jeweils mit Vorquartalswert und CapEx-Prognose für 2026:
- AWS: 42,2 Mrd. $, +37 % (Q1: 28 %), Backlog 496 Mrd., CapEx 220 Mrd.
- Microsoft Azure: kein Einzelausweis, +43 % (Q1: 40 %), RPO 678 Mrd., CapEx-Prognose unverändert
- Google Cloud: 24,8 Mrd. $, +82 % (Q1: 63 %), Backlog 514 Mrd., CapEx 195–205 Mrd.
Googles 82 Prozent sind die krasseste Zahl der Reihe, allerdings von der kleinsten Basis aus und vermutlich teils durch die Wiz-Übernahme getragen. Beeindruckender finde ich die Marge, die von 20,7 auf 35,6 Prozent gesprungen ist, fast auf AWS-Niveau.
Bezahlt wird das überall aus der Substanz. Amazon hat auf Zwölfmonatssicht 7,6 Milliarden verbrannt, nach 18,2 Milliarden freiem Cashflow im Vorjahr.
Amazon lifts investment plans after strong cloud sales; shares jump
Kampagne gegen das Cookie-Banner gestartet
Unter killthecookiebanner.eu haben noyb, EDRi, BEUC, EFF und weitere Bürgerrechtsorganisationen eine Kampagne gestartet, die auf Hacker News über 560 Punkte gesammelt hat.
Die Ausgangslage ist die bekannte: Ein Cookie-Banner-Gesetz gibt es nicht, Tracking ist per Default verboten. Die Banner sind das Werkzeug der Werbeindustrie, um den Verzicht auf dieses Recht einzusammeln. Das Ergebnis beziffert die Kampagne auf bis zu 90 Prozent Zustimmung, während nur rund 3 Prozent tatsächlich getrackt werden wollen.
Die EU-Kommission hatte im Herbst 2025 im Rahmen des Digital Omnibus eine Lösung vorgeschlagen: Präferenz einmal im Browser setzen, Website und App lesen sie automatisiert aus, Banner entfällt. Über den Omnibus hatte ich in Ausgabe 213 berichtet, damals war offen, wie die angekündigte Vereinfachung konkret aussehen würde. Die Antwort lautet: gar nicht. Im Positionspapier des Rats vom 18. Juni 2026 ist Artikel 88b vollständig gestrichen. Laut noyb hätten sich unter anderem Deutschland, Frankreich und Polen dafür eingesetzt, nach Lobbying der Werbeindustrie und von Google.
Die Kampagne setzt einen Disclaimer in eigener Sache dazu: Die übrigen Teile des Omnibus lehnen die Organisationen ausdrücklich ab, unterstützt wird nur der Signal-Artikel. Das Europäische Parlament hat sich noch nicht positioniert, dorthin zielt der Aufruf.
Auf Hacker News kommt Skepsis dazu, und zwar berechtigte: Der DNT-Header war technisch dieselbe Idee und wurde schlicht ignoriert. User whstl berichtet, ein Consent-Anbieter habe empfohlen, den Ablehnen-Button in Europa wegzulassen, weil dort kaum verfolgt werde, ihn in Kalifornien aber einzubauen. Dort tritt im Januar 2027 ohnehin eine Pflicht für auswertbare Browser-Signale in Kraft.
Stop the tracking circus. Kill the cookie banner
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We Manage & KRUU: Cloud für unter 0,5 % des Umsatzes

Gemeinsam mit unserem Kunden KRUU – dem nach eigenen Angaben weltweit größten mobilen Fotoboxvermieter – haben wir eine ausführliche Case Study veröffentlicht (PDF).
5.000 Fotoboxen in neun EU-Ländern und den USA, bis zu 800 Versendungen pro Tag in der Hochsaison, über 99,99 % Server-Uptime – und das alles bei IT-Kosten von unter 0,5 % des Jahresumsatzes (inkl. We Manage). Statt auf AWS zu setzen, was laut KRUU-Gründer Philipp Schreiber „Faktor 10 bis 20 teurer“ wäre, haben wir eine Multi-Provider-Architektur aus Gridscale, Hetzner und DigitalOcean aufgebaut, die saisonal mitatmet und wirtschaftlich bleibt.
Was mich an der Zusammenarbeit nach 10 Jahren besonders freut: Philipp und ich kennen uns noch aus dem Heilbronner Nachtleben – und die Philosophie hat sich nie geändert. Stabile Technologien. Kein Overengineering. Kein Overprovisioning.
Wenn du auch ein skalierbares Setup ohne Hyperscaler-Preise suchst – oder schlicht ein Backup für dein Ein-Personen-DevOps-Team brauchst, dann lass uns kurz sprechen.
Die vollständige Case Study lesen
Agentisches Coding auf dem eigenen VPS
Mattias Geniar hat sein Setup für agentisches Coding vom Laptop auf einen VPS verlagert, weil ihm der Deckel im Weg war: Klappt man ihn zu, stirbt die laufende Claude-Code-Session. Sein Gegenmittel war zunächst Amphetamine, also ein Tool, das den Mac wachhält, und ein Schreibtisch, von dem er nicht weggehen konnte.
Der Aufbau besteht aus drei Teilen. Tailscale als Netzwerk, ein Ubuntu-VPS mit 2 vCPUs und 8 GB RAM, dazu eine browserbasierte Coding-GUI. Nach außen ist genau ein Port offen, SSH auf 9999 als Break-Glass-Zugang. Alles andere bindet auf 127.0.0.1 und wird per tailscale serve nur ins Tailnet veröffentlicht, inklusive gültiger HTTPS-Zertifikate.
Die interessanten Details stecken im Kleingedruckten. Automatische Updates hat Geniar abgeschaltet, weil ein nächtlicher Reboot jede tmux-Session und jeden laufenden Agenten mitnimmt. Docker umgeht ufw über eigene iptables-Regeln, Container-Ports brauchen deshalb ein explizites 127.0.0.1:-Präfix. Jeder Agent bekommt ein eigenes Git-Worktree, die Datenbank teilen sich alle Worktrees eines Projekts.
Bemerkenswert finde ich zwei Punkte. Erstens läuft die Verwaltung des Servers als eigenes Projekt im selben Editor, versioniert in Git. Zweitens hat Geniar seit Monaten keinen Code-Editor mehr geöffnet. Seine Schleife: beschreiben, Agent schreiben lassen, Diff lesen, Tests laufen lassen, nachschärfen.
Der Artikel ist ausdrücklich als Prompt geschrieben. Man kann ihn einem Agenten samt Root-Zugang auf eine frische VPS geben. Ob man das möchte, ist eine andere Frage.
Setting up a remote environment for agentic coding on a VPS
Open Weights und der Kubernetes-Moment
Tobi Knaup, Mitgründer von Mesosphere, zieht in seinem Blog eine Parallele, für die er die Berechtigung hat: Sein Unternehmen wurde damals von Kubernetes überrollt. Seine Lesart: Kubernetes gewann nicht, weil das Repository öffentlich war, sondern weil es ein neutrales Substrat wurde, das Cloud-Provider, Vendors und Engineers gleichermaßen erweitern konnten, mit gemeinsamen Interfaces und herstellerneutraler Governance.
Bei Open-Weight-Modellen sieht er denselben Punkt erreicht. Vorweg eine Begriffsklärung, die er selbst vornimmt: Was wir Open Source nennen, ist meist Open Weight. Gewichte sind herunterladbar, Trainingsdaten und -prozess nicht. Nach OSI-Definition ist das kein Open Source.
Knaup benennt die Schwächen seiner Analogie: Fine-Tunes fließen nicht in ein gemeinsames Upstream zurück, ein CNCF-Äquivalent für neutrale Governance fehlt, und Frontier-Gewichte brauchen teure Hardware. Als Beleg für den Kipppunkt führt er GLM-5.2 unter MIT-Lizenz und Kimi K3 an. Hugging Face hostet über zwei Millionen öffentliche Modelle, 41 Prozent der Downloads des vergangenen Jahres entfielen auf chinesische Modelle.
Sein politisches Argument: Ein US-Verbot chinesischer Open-Weight-Modelle wäre ein Eigentor, weil der Rest der Welt weiterbaut und amerikanische Entwickler die Ausgesperrten wären. Stattdessen fordert er frontier-taugliche US-Modelle unter brauchbaren Lizenzen, öffentliche Beschaffung als Marktinstrument und unabhängige Standards statt Verbote.
Open-weight AI is having its Kubernetes moment. Let’s not ruin it.
Kimi K3 auf 80 Gaming-Karten ohne HBM
Passend dazu ein Praxisbeleg: Ning meldet auf X, Kimi K3 komplett auf 80 RTX 5090 zu betreiben, 20 Token pro Sekunde im Single Stream, Tag eins, ungetunt.
Der Punkt daran ist nicht der Durchsatz, sondern die Bauteilliste: kein HBM. GDDR7-Gamingkarten, 25-Gigabit-Ethernet statt NVLink und InfiniBand, dazu die offiziellen MXFP4-Gewichte ohne Requantisierung.
Zwei der offiziellen Serving-Rezepte kommen auf identische 2,56 TB VRAM:
- 80× RTX 5090, 10 Nodes: 143 TB/s aggregierte Speicherbandbreite
- 32× H100 SXM, 4 Nodes: nur 107 TB/s
Zum Geld: Die 5090 kostet im Straßenpreis 2026 rund 3.000 bis 4.300 Dollar statt der UVP von 1.999. 80 Stück landen damit bei grob 240.000 bis 345.000 Dollar und deutlich unter einem vergleichbaren H100-Aufbau.
Auf die Nachfrage von rotaercz, ob Blackwells nicht günstiger gewesen wären, dreht Ning das Argument weg vom Preis: „you can’t just buy B300s, you’d be waiting months“. Das ist der Kern. Nicht HBM ist zu teuer, HBM ist nicht zu bekommen.
KislayParashar1 hält dagegen, 143 TB/s auf dem Papier hälfen wenig, solange der Serving-Stack nicht so weit sei. Ning verweist auf GLM-5.2, wo dieselbe Flotte binnen einer Woche von 30 auf 110 Token pro Sekunde gestiegen sei.
Der Haken bleibt die Stromrechnung. 80 Karten mit je 575 Watt sind 46 kW allein für die GPUs, gegenüber 22 kW bei 32 H100. Dazu zehn Nodes statt vier, und Consumer-GPUs im Rechenzentrum sind lizenzrechtlich heikel.
we got the full Kimi K3, 2.8T params, running on 80x RTX 5090s.
Anthropics Position zu Open-Weight-Modellen
Direkt in die Debatte des vorigen Beitrags hinein hat Dario Amodei die Position von Anthropic veröffentlicht. Anlass sind Berichte über mögliche US-Verbote chinesischer Open-Weight-Modelle, ein offener Brief der Industrie dagegen und der Vorwurf, Anthropic wolle solche Verbote aus Eigeninteresse. Amodei stellt klar, man habe nie eines gefordert.
Seine Begründung ist nicht Wohlwollen, sondern Wirkungslosigkeit. Ein Verbot für US-Unternehmen treffe die falschen Adressaten, weil böswillige Akteure kaum legitime US-Firmen seien. Es schütze lediglich amerikanische KI-Anbieter vor Wettbewerb, und das sei nie sein Ziel gewesen.
Zwei Risiken benennt er. Erstens autoritäre Staaten, die leistungsfähigere Modelle bauen als die USA. Ob deren Gewichte offen seien, sei dabei irrelevant, das gefährlichste Modell sei womöglich eines, das im Geheimen trainiert und nur ans Militär gegeben werde. Zweitens Missbrauch für Cyber- und Bioangriffe, wo offene Gewichte tatsächlich riskanter seien, weil sich Guardrails schwer anbringen lassen und veröffentlichte Gewichte nicht zurückholbar sind.
Drei Maßnahmen befürwortet er stattdessen: keine leistungsfähigen Chips nach China plus härteres Vorgehen gegen Schmuggel, Eindämmung industrieller Distillation, und verpflichtende Sicherheitstests für alle hinreichend leistungsfähigen Modelle, offen wie geschlossen. Kleinere Modelle aus Startups und Forschung sollen ausgenommen bleiben.
Der dritte Punkt ist der, der Self-Hoster treffen würde. Wirksam wäre er nach Amodeis eigener Einschätzung allerdings nur global, also einschließlich China. Das schiebt die Idee ziemlich weit in die Zukunft.
Our position on open-weights models
PostgreSQL Read Replicas: LSN gegen veraltete Lesezugriffe
Johanna Larsson beschreibt im Engineering-Blog von incident.io, wie das Team seinen kompletten Lesetraffic auf eine PostgreSQL-Read-Replica umgezogen hat – und welche Fallstricke dabei sichtbar wurden.
Kern des Problems ist Read-after-Write-Consistency: Wer direkt nach einem Write von der Replica liest, bekommt womöglich noch den alten Stand. Innerhalb eines Requests löst incident.io das über ein Flag im Go-Context, das nach jedem Schreibvorgang auf die Primary umschaltet. An den Systemgrenzen kippt das Modell: In der event-getriebenen Architektur war die Zeit zwischen Publish und Verarbeitung durch den Worker gelegentlich kürzer als die Replikationsverzögerung. Betroffen waren 0,1 bis 0,5 Prozent aller Messages, die mit NotFoundError zurückkamen.
Die Lösung: Jede Message bekommt beim Publishing die aktuelle Log Sequence Number (LSN) der Primary mit, der Worker vergleicht sie mit dem Replay-Stand der Replica und legt sie bei Rückstand zurück in die Queue. Aus einem potenziellen Ausfall wird so Backpressure. Für die API wandert die LSN in die Users-Tabelle, die ohnehin bei jedem Auth-Vorgang gelesen wird – nur 0,01 Prozent der Requests fallen danach noch auf die Primary zurück.
Das Ergebnis: über 60 Prozent aller Lese-Queries laufen auf der Replica, die CPU-Auslastung der Primary hat sich halbiert. Nebenbei: Replication Lag misst man sinnvoller in Bytes als in Sekunden, weil die Replay-Rate schwankt. Nextdoor hatte in Ausgabe 185 einen ähnlichen Weg über Table-Tracking beschrieben; PostgreSQL 19 bringt mit WAIT FOR LSN einen Teil davon nativ mit.
Don’t add a read replica until you’ve read this
PGSimCity: PostgreSQL-Interna als 3D-Stadt
Nikolay Samokhvalov hat mit PGSimCity eine 3D-Stadt gebaut, in der PostgreSQL-Interna zu Gebäuden werden. Läuft im Browser, ohne Setup, unter Apache-2.0.
Die Geografie folgt der Architektur: Der Platz in der Mitte ist shared_buffers, 1.024 Page-Frames, deren Höhe der Clock-Sweep-Usage-Count und deren Farbe der Page-Zustand ist. Im Osten liegt der WAL-Distrikt, im Westen der Wartungshof mit Checkpointer, Background Writer und Autovacuum, im Süden ein Standby, unter dem Platz die Grube mit dem Data Directory. Man kann durch die Stadt fliegen oder auf Augenhöhe hindurchlaufen.
Der eigentliche Wert steckt in den zuschaltbaren Szenarien:
- Cache thrash:
shared_buffersauf 16 MiB, der Clock Sweep rast, Backends schreiben ihre eigenen Dirty Pages weg, bevor sie lesen können - Long-running transaction: der xmin-Horizont sinkt, Autovacuum fährt weiter zu den Tabellen, meldet aber null entfernbare Zeilen, und die Tabelle bloatet
- Checkpoint storm: die fsync-Phase ruckelt, danach flutet eine Wand aus Full-Page-Writes den WAL-Distrikt
- Slow replay:
sent_lsn,write_lsn,flush_lsnundreplay_lsnlaufen auseinander, passend zum ersten Beitrag dieser Ausgabe
Zur Einordnung: ein Modell, kein Emulator. Es läuft kein PostgreSQL-Quellcode, die Zahlen sind auf menschliches Tempo skaliert. Immerhin gibt es 234 Tests und drei Review-Runden gegen Doku und Source. Der Query-Flow lädt auf Klick optional PGlite nach und liefert dann echte Pläne und Kataloge.
Entstanden ist das Projekt nach eigenen Angaben aus einem einzigen Prompt und rund 3,86 Milliarden Token – den Code findest du bei GitHub – ganz cool gemacht!
Firefox 153: Container jetzt nativ im Browser
Mozilla hat mit Firefox 153 die Container-Funktion als Preview direkt in den Browser eingebaut. Jeder Container bekommt einen eigenen Cookie-Jar, vier sind vorkonfiguriert (Personal, Work, Banking, Shopping), Name, Farbe und Icon sind frei wählbar. Angelegt wird per Rechtsklick auf einen Tab oder Long-Press auf das Plus-Symbol.
Neu ist daran wenig: Das Multi-Account-Containers-Add-on gibt es seit knapp einem Jahrzehnt. Mozilla zieht die Funktion nach eigenen Angaben ins Produkt, damit sie sichtbar bleibt und weiterentwickelt wird.
Das Werbe-Argument aus der Ankündigung – Suche nach einem Hut, danach wochenlang Hut-Anzeigen – ist dabei das schwächste. Die Total Cookie Protection isoliert Third-Party-Cookies ohnehin schon pro Seite, wie ich in Ausgabe 65 beschrieben hatte. Gegen Fingerprinting, IP-basiertes oder geräteübergreifendes Tracking helfen Container ebenfalls nicht.
Der praktische Nutzen liegt woanders: parallel eingeloggte Accounts derselben Seite in einem Fenster. Wer mehrere AWS-Accounts, Microsoft-365-Tenants oder Kunden-Backends betreut, spart sich das Jonglieren mit Profilen und Zweitbrowsern.
Es bleibt eine Preview – nicht alle Add-on-Features sind portiert, das Add-on läuft parallel weiter. Auf Hacker News ist die naheliegende Frage bislang unbeantwortet: ob sich bestehende Container aus dem Add-on samt Namen, Icons und aktiven Sessions übernehmen lassen oder ob man neu anfängt.
Nebenbei bringt Firefox 153 zwei Änderungen, die im Admin-Alltag mehr auffallen dürften: Add-ons verlieren standardmäßig den Zugriff auf lokale Dateien, und Webseiten müssen künftig um Erlaubnis fragen, bevor sie Geräte im lokalen Netz ansprechen – relevant für Router- und NAS-Oberflächen.
Experience Better Browsing: Introducing Native Containers in Firefox 153
Schmunzelecke
Das GitHub-Projekt „Car Diagnosis“ kann mithilfe von KI und Aufnahme der Motorgeräusche eventuelle Probleme am Fahrzeug erkennen.
Bei SuperDario schlüpfst du in Dario Amodei (CEO von Anthropic) und musst gegen sämtliche Hindernisse der KI Welt und Founding News in einem Super-Mario-Game-Design bestehen.
💡 Link Tipps aus der Open Source Welt
OpenSEO – Open Source Alternative zu Semrush und Ahrefs
OpenSEO ist ein Pay-as-you-go SEO Tool, das die Kernfunktionen von Semrush und Ahrefs abdeckt – ohne Abo-Zwang. Eigenen DataForSEO API Key mitbringen und nur zahlen, was man tatsächlich nutzt.
Key Features:
- Keyword Research: Keyword-Ideen mit Volumen, Difficulty und CPC via DataForSEO
- Rank Tracking: Historische Positionsverläufe mit City/Region-Level Location Targeting
- Competitor Insights: Wettbewerber-Analyse und Vergleich
- Backlinks: Backlink-Profil und Referring Domains
- Site Audits: Technische SEO-Checks mit Issue-Erkennung und Remediation
- AI Visibility: Sichtbarkeit in AI-generierten Antworten tracken
- MCP Server & Agent Skills: Vorgefertigte Skills für Claude Code, OpenClaw und Hermes – SEO-Workflows direkt aus dem Agent steuern
Self-Hosting: Docker (einfach, lokal) oder Cloudflare (internet-facing, funktioniert im Free Plan). Hosted Version für 10$/Monat auf openseo.so, dort 28% Aufschlag auf DataForSEO-Kosten – beim Self-Hosting zahlt man direkt an DataForSEO.
Tech Stack: TypeScript (97%), Cloudflare Workers, D1/PostgreSQL, Vite.
Im Vergleich zum ebenfalls vorgestellten CrawlSEO setzt OpenSEO breiter an: Keyword Research, Rank Tracking, Competitor Insights und Backlinks sind vollwertige Module, nicht nur BYOK-Add-ons. Dafür fehlt die direkte GSC-Integration, die CrawlSEO mitbringt. OpenSEO ist eher der Semrush-Ersatz, CrawlSEO eher das GSC-Dashboard mit Extras. Mit 9.8k Stars und 31 Releases bereits deutlich etablierter.
https://github.com/every-app/open-seo
ZenNotes – Keyboard-First Markdown Notes mit Vim Motions und MCP
ZenNotes ist eine Markdown-Notiz-App, die Keyboard-First-Navigation mit Vim Motions, Split/Preview-Workflows und MCP-Integration kombiniert – als Desktop-App (Electron) oder self-hosted Web-App (Go Server). Alle Notizen bleiben plain .md Files auf Disk.
Key Features:
- Vim-First: Block Cursor, Leader-Key Flows, Pane/Tab Motion, lokale Ex-Commands, Command Palette – für Leute, die schnell arbeiten wollen
- Editor Modes: Edit, Preview und Split Mode mit Heading Folding, Outline Jumps, Syntax Highlighting für Code Blocks
- Rich Rendering: KaTeX Math, Mermaid, TikZ, JSXGraph, function-plot, Callouts, Wiki Links, Backlinks, Footnotes
- CSV Databases: Notion-artige Table und Board Views über plain .csv Dateien
- Daily/Weekly Notes: Automatische Tages- und Wochennotizen mit konfigurierbaren Datums-Patterns und Lokalisierung
- Obsidian-kompatibel: Funktioniert mit bestehenden Obsidian-Vaults – Embeds, Wiki Links und Vault-Root-Struktur werden erkannt
- MCP Integration: First-Party MCP Server für Claude Code, Claude Desktop und Codex – Vault-Operationen direkt aus dem Agent
- CLI + Raycast:
znCLI für Terminal-Workflows, Raycast Extension auf macOS - Self-Hosted: Go Backend mit Docker, Auth per Bootstrap Token, secure-by-default
Desktop-App für macOS (signed/notarized), Windows und Linux (AUR, .deb, AppImage, Nix). Auto-Update integriert.
Im Vergleich zum ebenfalls vorgestellten Files.md setzt ZenNotes auf das andere Ende des Spektrums: wo Files.md radikal minimalistisch bleibt, bietet ZenNotes den vollen Feature-Stack mit Vim Motions, Diagramm-Rendering und CSV Databases. Die Obsidian-Kompatibilität macht den Umstieg einfach, und die MCP-Integration ist für AI-Agent-Workflows ein echtes Differenzierungsmerkmal gegenüber Obsidian selbst.
https://github.com/ZenNotes/zennotes
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