allesnurgecloud #88 – Shopify streicht Meetings, Cloud bei Basecamp, Alerting, Browser Testing und mehr.

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Shopify: Kann man einfach 76.500 Stunden Meetings streichen?

Anfang des Jahres 2023 hat eine Nachricht für ordentlich Furore gesorgt: „Shopify canclet Meetings wegen Zeitverwenschdung“ – schrieb beispielsweise Golem.de. Shopify hat demnach folgende Termine gestrichen:

  • Wiederkehrende Termine mit mehr als 3 Personen
  • Alle Meetings an einem Mittwoch
  • Konferenzen ab 50 Personen
  • Große Konferenzen dürfen nur an einem bestimmten Zeitfenster donnerstags durchgeführt werden

So hat man über 10.000 Termine aus den Kalendern gestrichen und 76.500 Stunden Meetingzeit gespart.
Aber geht das so einfach?

Becky schreibt im Twist Blog dazu, dass sie aus diversen Gründen nicht glaubt, dass dies funktioniert.
Beispielsweise gab es den „Meeting freien“ Mittwoch schon früher, jemand schrieb ihr dazu dann:

A friend of mine who worked there told me that it was an open secret that everyone scheduled meetings on Wednesdays anyway because it was the only time that wasn’t already taken up with meetings.

Die gleiche Erfahrung habe ich selbst mit der Einführung eines Focus Fridays mal gemacht – jeder wusste, „Da haben die ja sowieso Zeit, da plane ICH mein wichtiges Meeting rein“. SAP hat im letzten Jahr ähnliches angekündigt – siehe Ausgabe #62.
Man kann allerdings nicht einfach eine asynchrone Arbeitsweise einführen, indem man einen Großteil der Meetings streicht.
Becky verdeutlicht dies mit diesem Schaubild – zu einer asynchronen Arbeit gehört sehr viel mehr als nur der Wegfall von Terminen – Dokumentationen, Prioritäten, klare Zuständigkeiten und Entscheidungsspielräume, kleine & autonome Teams.
Aber eine asynchrone Arbeitsweise benötigt Disziplin und Mitarbeitende und Manager müssen damit klarkommen, dass Entscheidungen eben auch asynchron getroffen werden – und somit länger dauern können.
Der Async Newsletter von Twist ist übrigens wirklich klasse – in diesem Jahr will das Twist-Team dort seine „Async playbooks“ veröffentlichen, abonnieren kannst du ihn einfach hier.
Mal schauen, vielleicht gibt es zur Meeting-Thematik bei Shopify in den nächsten Wochen ein paar News – man will das Ganze ja erstmal für 2 Wochen testen.

You can’t just cancel 76,500 hours of meetings

Basecamp & HEY: Cloud Kosten Update

In der letzten Ausgabe hatte ich schon auf die „We’re Leaving the Cloud“ Thematik bei HEY/Basecamp und die „Schwierigkeiten“ beim Bau der eigenen Cloud hingewiesen. Nun hat 37Signals, die Firma hinter den Produkten HEY.com und Basecamp, die aktuellen Kosten komplett veröffentlicht und stellt einige Punkte klar:

  • Basecamp selbst läuft schon auf eigenen Servern, bis auf die Suche (OpenSearch), File Storage (S3) und CDN Services über Cloudfront
  • Der E-Mail Dienst HEY läuft komplett in der Cloud (mit wenigen Ausnahmen) – und zwar bei AWS – mit EKS Kubernetes Cluster, Aurora RDS DB, ElastiCache (Redis) und so weiter.
  • In Summe hat man etwas über 3,2 Millionen Dollar für Cloud Ressourcen in 2022 ausgegeben – 266.797$/Monat
  • Für HEY alleine gibt man etwas über 1 Million Dollar aus, das war auch die Ausgabe, die ich in der letzten Ausgabe und der Quelle von @DHH erwähnt hatte
  • Alleine für 8 PB an S3 Speicher gibt man in Summe über alle Produkte 907.838 Dollar aus (verteilt über 2 Regionen)

Ganz nebenbei wird dann erwähnt, dass das Budget schon hoch optimiert ist (reserved instances, commited usage) und jeden Monat überprüft wird:

Getting this massive spend down to just $3.2 million has taken a ton of work. The ops team runs a vigilant cost-inspection program, with monthly reporting and tracking, and we’ve entered into long-term agreements on Reserved Instances and committed usage, as part of a Private Pricing Agreement.

In 2023 wird man nun wieder eigene Dell Hardware kaufen und sie in geleasten Racks bei Deft einbauen.
Ende 2023 soll es weiteres Update geben – ich werde berichten wie das läuft.

Our cloud spend in 2022

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Webinar: On-call Best Practices

In diesem kostenlosen Webinar berichtet ilert CEO Birol Yildiz über Best Practices in der 24×7 Rufbereitschaft, die aus jahrelanger Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Kunden gewonnen wurden.

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Alerting? Nur bei Downtime

Dan Slimmon argumentiert im verlinkten Blog-Artikel, dass er nur Downtimes alarmiert.
Jetzt ist der Artikel aus dem Jahr 2014 und schon ein paar Jahre alt – trotzdem finde ich den Ansatz interessant.
Zu häufig ist man doch genervt von Fehlalarmen und fängt an, das gepiepse zu ignorieren – es entsteht eine „Alert-Fatigue“ – eine Müdigkeit, Alerts anzunehmen und danach zu schauen.

Im Rahmen eines anderen, neuen Artikels hat er den von 2014 nochmals ergänzt:

I still don’t think it’s worthwhile to try to predict novel failures automatically based on telemetry, but predicting novel failures manually based on intuition and elbow grease is super useful.

Wie siehst du das?
Alarmierst du proaktiv? Auch nachts? Oder nur Ausfälle?

Why I only page on downtime. ONLY.

Browser Testing Tools im ausführlichen Überblick

Marcus Noll arbeitet bei NEW WORK SE (oder auch XING oder OpenBC) und hat im „New Work Engineering“ Techblog einen ausführlichen Vergleich über Browser, Browser Testing Tools und den Voraussetzungen im eigenen Projekt gepostet.
Der Artikel ist sehr umfangreich, daher bei Interesse direkt reinschauen.
Es werden folgende Frameworks verglichen:

  • Cypress
  • Playwright
  • Puppeteer
  • TestCafé
  • WebDriver-based

Die Frameworks und deren Lizenzen findet ihr hier bei GitHub als Markdown, hier dann den vielleicht wichtigeren Vergleich der Features und hier dann Stärken und Schwächen der Frameworks aus der Sicht von XING.

Decision guide for browser test tooling

Bitwarden kauft Passwordless.dev

Der als Open Source und SaaS Variante erhältliche Passwortmanager Bitwarden ist dir sicherlich schon bekannt. Spätestens seit dem neusten Security-Vorfall bei LastPass verspürt man in diesem Bereich ordentlich Bewegung.
Die Firma hinter Bitwarden hat nun das PassKey Start-up passwordless.dev übernommen.

Das aktuelle Beta Programm von passwordless.dev bleibt laut der FAQ erstmal erhalten, die Features werden nach und nach in Bitwarden eingebaut. In Zukunft sollen die Features direkt in Bitwarden verfügbar sein – eine Übersicht über die Roadmap findest du hier.
Über den Preis, den Bitwarden für das schwedische Start-up gezahlt hat, ist nichts bekannt. Bei TechCrunch gibt es weitere Details zur Akquise und zusätzlich ein Statement des Bitwarden CEOs.

Bitwarden extends passwordless leadership with acquisition

Docker 2.0 ist finanziell ein voller Erfolg

Um Docker ist es in letzter Zeit etwas ruhiger geworden – jedoch scheint man mit der neuen Strategie zumindest finanziell sehr erfolgreich zu sein. Nachdem man sich vor knapp 2 Jahren von 80 % der Mitarbeitenden getrennt hatte, scheint man mit Docker 2.0 zurück auf der Überholspur zu sein.
Nach Schätzungen des „Private Research“ Dienstes Sacra macht Docker mittlerweile 135 Millionen Dollar Jahresumsatz und wächst um 150 % im Vergleich zum Vorjahr. Schätzungen zum Wachstum, Kennzahlen und Informationen zum Business Modell findest du dann in diesem Profil.
Der Wechsel vom „Enterprise Sales“ auf niedrigpreisige Monatsabos scheint sich gelohnt zu haben. Die Pläne kosten je nach Feature 5$, 9$ oder 24$ im Monat und können komplett im Self-Service gebucht werden.
Nutzt du Docker im Abo? Schreib mir gerne auf diese Mail oder ein Kommentar im Blog – danke.

How Docker 2.0 went from $11M to $135M in 2 years

Cyber-Attacke:E-Bike Hersteller Prophete insolvent

Der E-Bike-Hersteller wurde Ende November 2022 von Hackern angegriffen – mit der Folge, dass das Unternehmen für 3-4 Wochen still stand. Da man im Vorjahr aufgrund von unterbrochenen Lieferketten und anderer Probleme bereits angeschlagen war, habe der Angriff „das Fass zum Überlaufen gebracht“ und man musste nun Insolvenz anmelden.
Aktuell ist noch nicht bekannt, ob es sich um eine Ransomware-Attacke handelte – dies ist aber zumindest wahrscheinlich.
Man sucht nun nach Investoren und möchte das Unternehmen und Arbeitsplätze erhalten – hoffentlich klappt dies auch.

Hack wohl verantwortlich für Insolvenz von E-Bike-Hersteller

Deutsche Tech Podcast Übersicht

Beim Engineering-Kiosk gibt es eine coole Übersicht über die deutsche Tech-Podcast-Welt – über 70 verschiedene Podcasts lassen sich hier finden und filtern.
Es finden sich einige Podcasts, die in meiner Umfrage von 2022 hier genannt wurden, aber auch viele, die ich noch gar nicht kannte. Beispielsweise höre ich auch „programmier.bar“, TILpodTechtiefen oder auch „Computer und Kommunikation“ vom Deutschlandfunk. Viele Podcasts kannte ich noch gar nicht – schau doch mal rein.
Cool an der Geschichte ist auch, dass das Ganze transparent auf GitHub verfügbar ist und per GitHub Action publiziert wird – aktuelle Folgen und Zahlen – werden täglich aktualisiert. Und man kann Podcasts per PR vorschlagen – das finde ich wirklich gut gelöst.

Deutschsprachige Tech Podcasts

Schmunzelecke

Du möchtest deine Remote Termine pimpen?
Dann buche dir doch ein Lama, Rentier, Alpaka oder Rentier in deinen Call dazu.
Geht mit WebEx, Zoom, Teams, Google Meet, etc – ab 40 €.
Schreib mir gerne, wie das geklappt hat!

💡 Link Tipps aus der Open Source Welt

OpenSource FinOps mit OptScale

OptSacle ist eine Open-Source FinOps Lösung, welche alternativ auch als Software as a Service Angebot verfügbar ist.
OptScale hilft euch bei folgenden Themen:

  • Kostenoptimierung von VMs (rightsizing) und Security Empfehlungen
  • Kubernetes Kostenoptimierung
  • Anomaly Detection
  • Budgets, Limits und Quotas

Online Demo kannst du hier ausprobieren. Installationsanleitung zum self-hosting gibt es ebenfalls.
Aktuell werden AWS, Microsoft Azure, Google Cloud, Alibaba Cloud und Kubernetes unterstützt.

https://github.com/hystax/optscale

Opencost: Multi-Cloud Kubernetes Kostenanalyse

Und im Zuge von FinOps vielleicht ebenfalls einen Blick Wert: OpenCost.
OpenCost in ein vendor-neutrales Kubernetes Kostenanalyse Tool, welches aktuell Google Cloud, AWS und Azure unterstützt.
Alle Feataures findest du hier. OpenCost scraped Prometheus Metriken und generiert daraus Statistiken und kann je nach Cloud Empfehlungen für deine Cluster vorschlagen.
OpenCost unterstützt auch On-Premise gehostete Kubernetes Cluster mittels CSV import.
Die Kostenübersicht kann dann wiederum per Prometheus exportiert und beispielsweise in Grafana verarbeitet werden.

https://github.com/opencost/opencost

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